Vereinschronik

50 Jahre Kleintierzüchterverein C499 Langenalb, 50 Jahre sind eine sehr lange und wiederum aber auch eine sehr kurze Zeit. Dies bedeutet auch eine Menge Opferbereitschaft, Ausdauer und Pflege, sowie Idealismus, Liebe und Freude für den Verein, die Kreatur und die Kleintierzucht. Es waren Jahre mit vielen Höhen und Tiefen, Jahre des Wandels und der Veränderungen, letztendlich steht der Verein aber im Jubiläumsjahr in voller Blüte.

 

Am 9.7.1953 wurde der Verein unter Mitwirkung des damaligen Kreisvorsitzenden Karl Kessel aus Pforzheim im Gasthaus “Zum Engel” in Langenalb aus der Taufe gehoben. Es waren zehn Idealisten die sich der Kleintierzucht mit all ihren Aufgaben und Pflichten verschrieben hatten:

Frey Emil, Gander Heinrich, Maginot Karl, Dressler Otto, König Otto, Hiller Karl, Göhring Hugo, Weber Gustav, Weber-Sieb Erwin und Ruf Reinhold.

 

Die erste Verwaltung setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorstand                              Frey Emil

2. Schriftführer                       Hiller Karl

3. Kassier                                 Maginot Karl

4. Zuchtwart                            Gander Heinrich

5. Beisitzer                               Dreßler Otto


Erste Aufgabe der neuen Verwaltung war die Futterbeschaffung im Sammelverfahren. Hierzu holte man verschiedene Angebote ein, aus Karlsruhe gab es das günstigste Angebot. Fortan konnte bei der monatlichen Versammlung eine Bestellung für Futter aufgegeben werden.

 

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Pfennig pro Monat festgesetzt. In der Folgezeit schlossen sich rasch weitere Züchter dem Verein an. Und noch im selben Jahr wurde von 6 Züchtern des Vereins die Kreisausstellung in Ispringen besucht.

 

Intensive Zuchtarbeit war nun die Maxime, der Erfolg stellte sich rasch ein. Am 29.11.1953 lud man die Bevölkerung, es waren noch keine sechs Monate seit der Gründung des Vereins vergangen, zu der 1. Lokalschau ein. Im Saal des Vereinslokals Gasthaus “Zum Engel” hatte man ideale Räumlichkeiten, um das auserlesene Zuchtmaterial einer großen Besucherzahl vor Augen führen zu können. 56 Tiere stellten sich dabei den Preisrichtern, 11 x sgE, 10 x sgZ, 5 x sg und 28 x gt waren Zeugnis intensiver Zuchtarbeit.

 

Im Jahre 1954 hatte man dann auch die erste Jungtierschau. Eine rege Vorstandschaft unter Führung von Revierförster Emil Frey hielt die Züchter mit lehrreichen Vorträgen und praktischen Tipps immer auf dem Stand neuester Erkenntnisse.

 

Als 1956 die Hühnerpest im Kreis ausgebrochen war, wurden Schutzmaßnahmen vermittelt und man führte eine Impfung der Hühner durch.

 

Eine sach- und fachgerechte Aufzucht machte es möglich, dass man sich 1958 auf der Landesaustellung in Karlsruhe mit Tieren verschiedenster Arten und Rassen präsentieren konnte.

 

Mit der Gründung einer Jugendgruppe im Jahre 1960 gelang ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte, erstmals konnten bei der Lokalschau auch Kaninchen ausgestellt werden.

 

Geschichte ist zwischenzeitlich die Langenalber Dreschhalle, nur die "Älteren" können sich daran erinnern, dass nach Abschluss der Drescharbeiten die Halle von den Vereinen für die Vereinsfeste genutzt wurde. Zuerst war aber ein “Großputz” erforderlich um die Gäste willkommen heißen zu können. So war es für die Verantwortlichen eine große Erleichterung als man nach Einweihung des Gemeindehauses, 1967 erstmals eine Jungtierschau im Gemeindehaus abhalten konnte. Nicht Geschichte, sondern Realität ist die sehr gute Zusammenarbeit der Langenalber Vereine untereinander bis zum heutigen Tag.

 

So betätigte man sich auch fußballerisch beim Vereinsturnier des Langenalber Fußballvereins und konnte sich auch dort in die Siegerliste einreihen.

 

Eine besondere Attraktion bot man der Jugend 1969 mit einem Osterfest.

 

Mit Beginn der 70er Jahre ging es dann züchterisch steil nach oben. Auf Ausstellungen auch über die Kreisgrenzen hinaus wie der Bad. Landesgeflügelschau, Rassegeflügelschau in Nürnberg, Bundes Kaninchenschau, Europa-Kaninchenschau in Zürüch um nur einige zu nennen, stellten Züchter des Vereins aus und erzielten hervorragende Ergebnisse.

 

 

1973 ging die Ära “Frey” zu Ende, nach 20 Jahren Vorstandstätigkeit stellte sich Emil Frey nicht mehr zur Wahl, zu seinem Nachfolger wurde Rolf Weißmantel gewählt. In Würdigung seiner Verdienste um den Verein wurde Emil Frey zum Ehrenvorstand ernannt. Vier Jahre führte und prägte Rolf Weißmantel den Verein, 1977 wurde Hugo Göhring an die Spitze des Vereins gewählt. Neue Aktivitäten wurden ins Leben gerufen.

 

Unvergessen das Ostereierwerfen “Auf der Metter” für die Jugend. Zu einem absoluten Highlight wurde das Hähnewettkrähen. Mit 5,- DM Startgeld war man dabei, mit seinem Hahn konnten schöne Preise gewonnen werden, er musste innerhalb einer Stunde möglichst viel “Kikerikis” von sich geben. Alljährlich zu Pfingsten ging dieses Ereignis über die Bühne. Funk und Fernsehen ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen und drehten vor Ort, wenn Hähne mit den vielsagenden Namen wie “Karl der Große”, “Florian der Furchtlose”, “Maradonna” oder “Der gefährliche Schorsch” ihre Kikerikis von sich gaben. Ob Weltrekord ließ sich nicht klären, zumindest weltrekordverdächtig waren dabei die 237 Kikerikis von “Hansi von der Sonnenhalde”.

 

Die 80er Jahre waren die schwierigsten des Vereins, immer mehr Mitglieder verließen den Verein, der Aderlass war so groß, dass man nur noch schwerlich genügend Tiere für eine Ausstellung hatte. Als dann auch noch die Langenalber Turn- und Festhalle abgerissen wurde, hatte man keinen Ausstellungsraum mehr zur Verfügung und das Vereinsleben kam praktisch ganz zum erliegen. Von der gesamten Vorstandschaft blieb allein Hugo Göhring im Amt. Er fungierte dabei praktisch nur noch als Verwalter, indem die Beiträge an den Verband gezahlt wurden, hielt er den Verein am Leben.

 

1999 bildete sich dann eine Interessengemeinschaft unter Führung von Frank Maginot und Günter Augenstein mit dem Ziel den Langenalber Kleintierzüchterverein zu neuem Leben zu erwecken. Schnell wurde deutlich, dass ein Neuanfang gelingen kann ohne einen Blick zurück im Zorn. Bei der Generalversammlung am 11. 2. 2000 wurde dann von den 26 Anwesenden Mitgliedern eine neue Verwaltung gewählt.

 1. Vorstand wurde Frank Maginot, 2. Vorstand Bernhard Lauinger, Kassier Norbert Weber, Schriftführer Sabine Maginot.

 Seine Unterstützung jedweder Art sagte auch Ehrenlandeszuchtwart für Kaninchen, Rudi Mitschele aus Ittersbach zu.

 

Damit wurden die Weichen gestellt für eine erfolgreiche Zukunft. Auf Vorschlag der Versammlung wurde der bisherige 1. Vorstand Hugo Göhring zum Ehrenvorstand ernannt.

 

Der züchterische Aufschwung bisher ist frappierend, praktisch aus dem Stand konnten wieder Lokalschauen durchgeführt werden. Auf Kreis- und Landesschauen ist man nicht nur präsent sondern auch erfolgreich. Ohne Fleiß kein Preis, der Erfolg kommt nicht von ungefähr muss die Losung aller Züchter sein, daran orientiert sich auch

 

Torsten Dressler, bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover wurde er Deutscher Meister bei Geflügel.

 

Großen Wert legt Vorstand Frank Maginot auf die Jugendarbeit, die Jugend ist mit der Kleintierzucht eng verbunden und bekommt seitens des Vereins jedwede Unterstützung. Diese Arbeit zahlt sich schon aus, bei der letzten Kreisjugendschau in Ersingen heimste man sage und schreibe 6 Kreismeistertitel ein und auch der Vereinsmeistertitel ging an die Züchterjugend CJ 499 Langenalb.

 

Unter diesen Gegebenheiten blickt der Langenalber Kleintierzüchterverein guten Mutes in die Zukunft.

 

Reinhard Kraft